Tipps: Die besten Kameraeinstellungen für die Mondbeobachtung
26 Feb. 2026
Während einer Mondbeobachtung ermöglicht dir die Singularity-App, Belichtungszeit und Gain manuell anzupassen sowie Fokus und Farbsättigung feinzujustieren. So erzielst du je nach Mondphase die besten Ergebnisse – besonders hilfreich ist das während einer Mondfinsternis.
Wenn du deine Mondbilder anschließend manuell aus RAW-Dateien bearbeiten möchtest, sind die richtigen Aufnahme-Einstellungen umso wichtiger. Zum Beispiel solltest du Überbelichtung vermeiden. Hier sind ein paar einfache Tipps, mit denen du schnell die passenden Kameraeinstellungen findest.
Mehr zu den neuen Funktionen für die Mondbeobachtung findest du in unserem eigens dafür vorgesehenen Blogartikel.
Die in diesem Artikel beschriebenen Funktionen erfordern mindestens die folgenden Versionen der Singularity-App: iOS 1.37.14 / Android 1.37.24.
FITS-Speicherung aktivieren (wenn du RAW-Bilder bearbeiten möchtest)
Bevor du mit der Beobachtung beginnst, aktiviere das automatische Speichern im FITS-Format:
- Öffne das Instrument-Widget
- Gehe zu Bildformat
- Aktiviere FITS-Speicherung

In den manuellen Modus wechseln und Sättigung einstellen
Sobald die Beobachtung startet:
- Tippe auf Auto, um zu den manuellen Einstellungen zu wechseln
- Wähle Sättigung und passe den Regler an, bis dir die Mondfarbe natürlich erscheint
Beachte, dass es eine kurze Verzögerung geben kann, bis die Änderung übernommen wird. Warte, bis die gestrichelte Anzeige verschwindet – dann ist die Anpassung abgeschlossen.

Gain auf 0 setzen
- Wähle Gain und setze ihn auf 0
In diesem Schritt wirkt das Bild unterbelichtet – das ist normal. Gain ermöglicht eine feinere Kontrolle als die Belichtung. Deshalb stellst du zuerst die Belichtung ein und verfeinerst danach mit Gain.

Belichtung einstellen, ohne Lichter zu übersteuern
- Zoome in einen der hellsten Bereiche des Mondes hinein
- Wähle Belichtung
- Nutze die Feinanpassungs-Pfeile links und rechts am Regler, um die Belichtung zu erhöhen
Stoppe kurz bevor Bereiche zu reinem, strukturlosen Weiß werden – das ist ein Zeichen für Überbelichtung (Clipping in den Lichtern).

Helligkeit mit Gain fein abstimmen
An diesem Punkt kann das Bild noch leicht unterbelichtet wirken. Jetzt:
- Wähle Gain
- Erhöhe den Gain schrittweise mit den Feinanpassungs-Pfeilen
Stoppe erneut kurz bevor gleichmäßige, weiße Flächen ohne Details erscheinen. Deine Belichtung ist nun korrekt ausbalanciert.

Fokus nahe dem Terminator prüfen
Um den Fokus zu überprüfen, zoome in die Nähe des Terminators (die Grenze zwischen Licht und Schatten), wo der Kontrast am höchsten ist. Suche dir ein kleines, scharfes Detail, zum Beispiel einen Zentralberg in einem Krater.
- Wähle Fokus

Fokus in kleinen Schritten feinjustieren
Mit den Feinanpassungs-Pfeilen:
- Probiere zuerst –1
- Wenn das Bild nicht schärfer wird, gehe zurück auf 0
- Versuche dann +1 oder +2
Über diesen Bereich hinaus wirst du vermutlich keine Verbesserung sehen. Der Autofokus von Vespera liegt in der Regel bereits sehr nah am Optimum.

Du bist jetzt mit starken Aufnahme-Einstellungen für Mondbilder startklar. Denke daran, dass die Schärfe stark von atmosphärischer Turbulenz (Luftbewegung) abhängt. Während das Bild aktualisiert wird, kann die Schärfe von Frame zu Frame schwanken. Das ist normal. Nimm dir ein paar Momente Zeit, bevor du den Fokus beurteilst.
Nur für Beobachtungszwecke kannst du den Mond auch leicht überbelichten, damit er auf dem Bildschirm heller wirkt.
Und schließlich: Während einer Mondfinsternis solltest du Belichtung und Gain regelmäßig nachjustieren, da sich die Helligkeit des Mondes im Verlauf des Ereignisses stark verändert.

Der Mond aufgenommen mit den Tutorial-Einstellungen.
Das Ergebnis nach der Bearbeitung der RAW-Bilder.